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Aktionsbündnis Baumschutz Märkisch Oderland Kurz vor Entstehung der Schutzgemeinschaft kam es zur Bildung einer kleineren Regionalorganisation mit fast identischer Zielstellung im Nordosten Brandenburgs. Das Aktionsbündnis Baumschutz Märkisch Oderland wurde im Frühjahr 2000 von Vertreterinnen und Vertretern der BUND Regionalgruppe Oderbruch, der NABU Regionalverbände Seelow und Oberbarnim sowie den Bürgerinitiativen "Wider den behördlichen Baumfrevel" und "Rettet die Oderdammallee" gegründet. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit sollte die Gefährdung der Alleen immer wieder benannt und deren Schutz verbessert werden. Fast 11500 Unterschriften für den Erhalt der Brandenburger Alleen wurden gesammelt und der Landesregierung übergeben. |
Vorgeschichte
Artikel aus der VCD-Mitgliederzeitschrift FAIRKEHR (2001, gekürzt)
Die beiden nordöstlichsten Bundesländer haben besonders viele und besonders schöne Alleen. Vom Charakter her sind diese recht vielfältig. Neben den immer wieder bestaunten alten Alleen mit Kronenschluß findet man beispielsweise im Oderbruch noch lange intakte Alleen aus Obstbäumen.
Auch unter nicht übermäßig öko-sensiblen Brandenburgern gibt es wohl viele, die nur mit Grausen an die Alleenholzungsaktion des Landesverkehrsministeriums vom Jahresanfang 1998 denken können. Mit Argumenten im Tonfall von "Der Baum, Dein Feind und Henker" ging Landesverkehrsminister Hartmut Meyer (auch bekannt als Verfechter von Transrapid und Lausitzring) weit über die Reizschwelle seiner Landeskinder hinaus, die ansonsten doch gar nicht so autofeindlich eingestellt sind. Zehntausende Protestunterschriften wurden in kurzer Zeit ohne zentrale Koordination gesammelt, vom BMW-Fahrer bis zur Rentnerin beteiligten sich alle Bevölkerungsgruppen.
Auf einem Workshop mit Vertretern der Landesregierung Ende 1998 wurde bezweifelt, daß Alleen automatisch zu vielen Verkehrstoten führen. Es gibt auch andere Zusammenhänge, die als Erklärung der relativ hohen Verkehrstotenzahl der beiden nordöstlichsten Bundesländer dienen könnten.
Neben der Fällung tragen auch andere Handlungen dazu bei, die Alleebäume praktisch hinzurichten. Da wäre erstens das aggressive und giftige Tausalz, das in Brandenburg besonders üppig zum Einsatz kommt. Zweitens können ja Baumschnitte so dilettantisch durchgeführt werden, daß die Baumüberbleibsel dem nächsten Sturm nicht mehr gewachsen sind oder ein Pilzbefall fast vorprogrammiert ist. Gelegentlich wird sogar die Vermutung ausgesprochen, daß mit dem Pökeln der Straßen und dem Einsatz unqualifizierter "Pflegefirmen" die Beseitigung von Grün im Straßenraum forciert werden soll.
Aus diesen Überlegungen heraus wurde von über 30 Vereinen und zahlreiche Einzelpersonen im September 2000 eine Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen gegründet, die landesweit und unabhängig von der Landesregierung arbeitet.
Gründungsaufruf
hier die auf der Gründungsversammlung verabschiedete Version (2000)
Mit großer Besorgnis nimmt die Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen die zunehmende Gefährdung der brandenburgischen Alleen zur Kenntnis. Angesichts der besonderen landeskulturellen Bedeutung der Alleen und ihres Nutzens für Natur und Umwelt setzt sie sich für den unbedingten Erhalt der Alleen ein. Das Land Brandenburg muss den gesetzlichen Auftrag des Alleenschutzes im Einklang mit der Steigerung der Verkehrssicherheit umsetzen. Im einzelnen fordern wir:
1. Bestandsschutz und Entwicklung der Brandenburger Alleen, insbesondere Gesunderhaltung der Bäume; keine präventive Fällung von Alleebäumen.
2. Nachpflanzungen abgängiger Alleebäume an Ort und Stelle, an allen Straßenkategorien sollen Alleen erhalten und neu begründet werden.
3. Vermeidung von Schadfaktoren (Tausalz, unfachgemäße Pflegearbeiten) für Straßenbäume.
4. Steigerung der Verkehrssicherheit durch verkehrstechnische Maßnahmen, Verkehrserziehung und ordnungsrechtliche Mittel.
5. Transparenz bei jeder Art von Eingriffen in den Alleenbestand; Einbeziehung regionaler Fachkompetenz aus dem gesellschaftlichen Bereich.
Diese Forderungen gelten gleichermaßen für Baumgruppen und Einzelbäume an Straßen sowie sonstiges Straßenbegleitgrün.
Wir fordern die Landesregierung und den Landtag auf, alle notwendigen Schritte zur rechtlich verbindlichen Umsetzung dieser Forderungen zu veranlassen. Alle Brandenburger Bürgerinnen und Bürger ermutigen wir, sich aktiv für die Erhaltung der Alleen einzusetzen.
Derzeitiger SprecherInnenrat
- Wolfgang Mädlow, NABU Brandenburg, Lindenstraße 34, 14467 Potsdam, Fon (d.) 0331 / 2015570, Fax (d.) 2015577, nabu-brandenburg@t-online.de
- Dr. Christiane Weitzel, ROBIN WOOD, Lindenallee 32, 16303 Schwedt, Fon (p.) 03332 / 250767, Fax (p.) 250768, Fon (d.) 03332 / 252010, Fax (d.) 03332 / 252011, weitzelch@.aol.com oder magazin@robinwood.de
- Gisela Ziehm, Aktionsbündnis Baumschutz, Neukietz 9, 16259 Bad Freienwalde, Fon & Fax (Fr - Mo) 03344 / 330408, Fon (Di - Do) 030 / 9267020
- Silke Friemel, BUND Brandenburg, Friedrich-Ebert-Straße 114 A, 14467 Potsdam, Fon (d.) 0331 / 23700142, Fax (d.) 0331 / 23700145, bund.brandenburg@bund.net
- Wolfgang Ewert, NABU Potsdam, Kleine Gasse 4, 14797 Kloster Lehnin OT Emstal, Fon 03382 / 706882, Fax 03382 / 706884, wolfgangewert@aol.com
- Karola Wenzel, Kräuterhexener e. V., Kiefernweg 15, 14712 Rathenow, info@kraeuterhexen-er.de
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Porträt Gisela Ziehm Die Naturschützerin wurde 1949 in Neukietz bei Bad Freienwalde geboren, trat nach der Wende dem Naturschutzbund Oberbarnim bei und wurde 2000 Vorsitzende dieses Vereins. Sie arbeitet im Aktionsbündnis Baumschutz Märkisch Oderland mit, ist Gründungsmitglied der "Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen" und der "Alleenschutzgemeinschaft Deutschland". Ihre berufliche Tätigkeit als Mathematikerin in der Energieversorgung gab die ausgebildete Lehrerin nach der Geburt ihres dritten Kindes auf, später arbeitete sie im sozialen Bereich. Gisela pendelt seit mehr als dreißig Jahren mit ihrer Familie zwischen Berlin und Neukietz, wo sie sich nach wie vor zu Hause fühlt. Wir schätzen ihre menschliche Sensibilität, die sehr zur zielgerichteten Arbeit und zum freundschaftlichen Klima in unserer Schutzgemeinschaft beiträgt. |
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Porträt Harald Galfe Nach der Wende installierte der damalige Brandenburger Umweltminister Matthias Platzeck einen Beirat überwiegend aus gemeinnützigen Vereinen als ehrenamtliches Beratungsgremium. Harald war als Vertreter der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft einer der konsequentesten und weitsichtigsten Denker in dieser Runde. Zum Thema Tausalz verfügte er über ein besonders umfangreiches Fachwissen. Er starb in den Weihnachtstagen 2001 bei einem Autounfall. Wir werden ihn in dankbarer Erinnerung behalten. |